Sommerprogramm 2019

Frühlingsvegetation auf den mageren Sandböden der Sophienhöhe bei Jülich

Samstag, 06.04.2019, 14.00 – 17.00 Uhr

Exkursion unter der Leitung von  Dr. Regina Thebud-Lassak, VN, und
Dipl. Geogr. Gregor Eßer, RWE, Leiter der Forschungsstelle Rekultivierung

Die Sophienhöhe erhebt sich östlich von Jülich 200 m über der Agrarlandschaft der Jülicher Börde. Sie entstand beginnend 1978 durch die sukzessive Aufbrin­gung des Abraums aus dem benachbarten Braunkohletagebau Hambach. Mit­tlerweile ist der öffentlich zugängliche Teil der Sophienhöhe fast vollständig neu bewaldet und mit einem mehr als 100 km langen Wanderwegenetz wichtig für die Naherholung.
Unser Ziel ist jedoch die jüngere Wiederaufschüttung des ausgekohlten Tage­baubereichs, der für die Öffentlichkeit größtenteils noch nicht zugänglich ist. Bei unserer Exkursion am 16.06.2018 mit dem Schwerpunkt auf junge Heudrusch­wiesen und spontane Pioniervegetation fanden wir 128 Arten Gefäßpflanzen, davon 22 gefährdete Arten lt. Rote Liste NRW sowie ein Laubmoos, ebenfalls Rote Liste-Art.
Diesmal wollen wir den Frühjahrsaspekt auf den mageren Sandböden des Silikatmagerrasens, der „50-Hektar-Fläche“ (in 2016/2017 Aufbringung von Heu­drusch aus regionalen artenreichen Wiesen) sowie des Extrem-Mager-Standorts Höller Horn untersuchen.
Wenn noch Zeit bleibt, untersuchen wir auch den Frühlingsgeophytenaspekt im Hartholzauewald des nahegelegenen Naturschutzgebiets Lindenberger Wald.

Treffpunkt:  Parkplatz „Sophienhöhe“ (nur auf der Wanderkarte wird er als Parkplatz „Café Sophienhöhe“ bezeichnet) am Südwesthang der Sophienhöhe

Anfahrt: A44 Richtung Aachen bis AS 8 Jülich-Ost, von Norden kommend rechts, von Süden kommend links auf B55 Richtung Jülich, in zwei Linkskurven auf die L264 Richtung Niederzier. Am ersten Kreisverkehr geradeaus fahren (2. Ausfahrt; d.h. nicht auf den ersten links liegenden Parkplatz mit dem Hinweis auf Sophienhöhe / Historische Meilensteine), weiter Richtung Niederzier, links abbiegen auf Betriebsstraße Rheinbraun, Parkplatz an deren Ende.

Navi: Betriebsstraße Rheinbraun, 52382 Niederzier

_______________________________________________________________________________________________

Naturschutzgebiet „Der Meerbusch“

Samstag, 11.05.2019, 14.00 Uhr

Leitung: Dr. Ludger Rothschuh und Karl Wittmer

Bei diesem Biotop handelt es sich hauptsächlich um Feuchtwälder entlang eines 1 bis 2 m breiten, mäßig ausgebauten, langsam fließenden Baches (Mühlen­bach) südöstlich von Meerbusch-Bovert. In weiten Bereichen findet sich ein intakter Erlenbruchwald, in der Krautschicht dominieren Sumpfsegge, Bitteres Schaumkraut und Wasserschwertlilie. Hier finden sich kleinere und größere, stehende, temporär austrocknende Kleingewässer mit Schlammufern, Schilf- und Wasserschwadenröhricht, Weidengebüsch und Hochstaudenfluren. In weiten Flächen wurde mit Hybridpappeln aufgeforstet, daneben alle Übergänge zwischen Pappelwald und Erlenbruch. Im Norden wächst am Mühlenbach ein bachbegleitender Eschenwald mit einigen Stieleichen und reicher Strauch- und Krautschicht, im höher gelegenen nördlichen Randgebiet stockt Buchen-Stieleichenwald. (vgl. http://nsg.naturschutzinformationen.nrw.de/nsg/de)

Treffpunkt: Parkplatz Meerbuscher Straße, rechte Seite, ca. 1 km von AB-Ausfahrt entfernt, gegenüber Haltstelle der Straßenbahn Krefeld-Düsseldorf.

Anfahrt: A 57 Abfahrt Meerbusch-Osterrath, auf die B 9 (Meerbuscher Straße) in Richtung Meerbusch.

_______________________________________________________________________________________________

Artenreiches Grünland und Ackerflora am Werther Hof, Dormagen

Samstag, 18.05.2019, 14.00 Uhr

Leitung: Diplom-Landschaftsökologe Thomas Braun, Biologische Station „Haus der Natur“, Dormagen-Knechtsteden

Im Bereich des Werther Hofes existieren Sandböden neben Braunerden bis hin zu degenerierten Niedermoorstandorten. Hier werden im Rahmen des Vertragsnaturschutzes Sandäcker mit ihrer typischen Segetalflora extensiv be­wirtschaftet. Ca. 10 Hektar Obstwiesen wurden in den letzten 20 Jahren als Ausgleichsmaßnahmen angelegt. Zur Wiederherstellung des Grünlands wurden Gräsereinsaaten und Mahdgutübertragungen durchgeführt. Diese Maßnahmen sowie die Bewirtschaftung als extensive Rinderweide werden vorgestellt. Es haben sich artenreiche Grünlandbestände bis hin zum Sand-Magerrasen ent­wickelt. Gemeinsam erfassen und bewerten wir die reiche floristische Aus­stattung und den aktuellen Zustand der Grünlandvegetation.

Treffpunkt:  Wertherstraße 1, 41540 Dormagen

_______________________________________________________________________________________________

Exkursion in das FFH-Gebiet Schaagbachtal

Samstag, 01.06.2019, 14.00 – 17.00 Uhr

Leitung: Biologe Gerrit Bremer, Naturschutzstation Haus Wildenrath / Wegberg

Es handelt sich vorwiegend um ein größeres Waldgebiet mit stellenweise noch sehr gut ausgebildeten Erlen-Bruch- und Erlen-Auwäldern. Diese sind für eine größere Gruppe jedoch nicht zugänglich. Stattdessen besteht die Möglichkeit, in Stationsnähe die Problematik und die Auswirkungen der Grundwasser­absenkung anzusprechen, die hier stattfindenden „Biber-Aktivitäten“ zu beob­achten und zu diskutieren, sowie auf die Problematik der auf Buchenstandorten angepflanzten Eichenwälder einzugehen.

Bei dem nahegelegenen ehemaligen Flugplatz Wildenrath handelt es sich um einen stillgelegten Militärstützpunkt der Britischen Armee, der vor gut 25 Jahren geschlossen wurde. Hier ist großflächig Magergrünland ausgebildet, das von Borstgrasrasen-Elementen durchzogen wird.

Treffpunkt: Der öffentliche Parkplatz an der Station liegt direkt südlich des Ortes Wildenrath und ist durch Hinweisschilder gekennzeichnet. Die genaue Anfahrt ist unter dem Menue-Punkt „Kontakt“ auf der Homepage der Station dargestellt.
(https://www.naturschutzstation-wildenrath.de)

_______________________________________________________________________________________________

NSG Dingdener Heide

Samstag, 03.08.2019, 14.00 Uhr

Leitung: Dipl.-Biol. Wilhelm Itjeshorst

Bei der Dingdener Heide handelt es sich um ein rheinisch-westfälisches Doppel-Naturschutzgebiet, das aus administrativen Gründen aus den NSGs Dingdener Heide im Kreis Wesel sowie Büngerner-Dingdener Heide im Kreis Borken besteht. Vor über 30 Jahren zunächst aus Gründen schwindender Wiesenvogel-Populationen im Rahmen des Feuchtwiesenschutzprogramms gesichert, hat das Gebiet in der Folgezeit durch diverse Entwicklungsmaßnahmen insbeson­dere aus Sicht von Flora und Vegetation deutlich an Wert gewonnen. Im Laufe des Projektes Dingdener Heide – Geschichte einer Kulturlandschaft (Info dazu unter www.dingdener-heide.com) wurden in dem 1700 ha großen Bezugsraum weitere kleinere NSGs mit Wäldern, Bächen und Heiden mit einbe­zogen. Auf der Exkursion sollen u.a. Pfeifengraswiesen, Klein- und Großseggenriede, Kleingewässer, Bachauen und Heiden botanisch erkundet werden.

Treffpunkt: Parkplatz gegenüber der Akademie Klausenhof, Klausenhofstraße 100, 46499 Hamminkeln (Dingden)

Anfahrt: Von der A 3, Abfahrt Hamminkeln, über B 473 Richtung Bocholt, dann rechts Richtung Dingden bis zum Kreisverkehr, ab dort den Schildern zum Klausenhof folgen.
Von Wesel (Rheinüberquerung) der B 8 Richtung Rees und hinter Wesel weiter der B 473 Richtung Bocholt (ab A 3 w.o.) folgen.
Ab dem Klausenhof ggf. Fahrgemeinschaften, da Parkmöglichkeiten im Gebiet begrenzt sind. Treffpunkt im Gebiet (nur für Nachzügler): Vom Klausenhof 1,6 km weiter hoch bis zur Straße „Im Venn“ (kleiner Parkplatz links).

_______________________________________________________________________________________________

Die Cloer und die Niersniederung bei Willich-Neersen (TK 25 Blatt Viersen 4704-24)

Samstag, 24.08.2019, 14.00 Uhr (Ende offen)

Leitung: Dipl.-Ing. Monika Deventer

Die stark begradigte Cloer wurde knapp 1 km vor ihrer Mündung in die Niers auf einer kurzen Strecke naturnäher umgestaltet (2017/2018). Hier wollen wir die jüngere Vegetationsentwicklung betrachten. Anschließend besteht die Möglich­keit, weitere Strecken der Cloer botanisch zu erfassen (der nächste naturnähere Abschnitt befindet sich am Schlosspark Neersen, evtl. mit Ortswechsel) oder sonstige „Naturrelikte“ der Niersniederung zu untersuchen.

Treffpunkt: Willich-Neersen, Kreuzung Niersplank/Niersweg/Bettrather Dyk (Parken am Niersplank). Das primäre Exkursionsgebiet liegt 100 – 200 m weiter südlich am Bettrather Dyk.

Anfahrt: Über die A 44, Abfahrt AS Neersen, Richtung Neersen fahren (= Am Schwarzen Pfuhl), dort an der Ampelkreuzung * ortseinwärts/links (Hauptstraße) abbiegen, nach ca. 900 m an der Ampel nach Westen/rechts (Virmondstraße) abbiegen, nach ca. 380 m nach links = Niersplank (Parkplatz suchen) – für die Anfahrt aus Richtung Viersen (L 29/Venloer Straße) gilt die Wegbeschreibung ab * (rechts abbiegen).
Mit Karte, Navi oder eigener Detailkenntnis gibt es weitere Alternativen – Navigation: Niersplank 5 (= Feuerwehr, auch dort gibt es Stellplätze – oder weiterfahren, s. Treffpunkt)

_______________________________________________________________________________________________

Exkursion zur Sonsbeck im NSG-Heidemoore

Donnerstag, 29.08.2019, 16.00 – 19.00 Uhr

Leitung: Dipl.-Biol. Norbert Neikes, Biologische Station Krickenbecker Seen e.V.

Auf der Exkursion sollen erste systematische Erhebungen zur Pionierflora auf den im Winter 2018/2019 geschaffenen Plaggflächen auf trockenen Sanddünen und im Umfeld der Moore erfolgen.
(Infos zum Gebiet und zum Projekt vgl. Vortrag vom 09.02.2019 im Winterprogramm).
(Wer sich das Gebiet schon früher ansehen möchte: Im Programm der Biol. Station gibt es dort bereits eine botanische Wanderung am So., den 26. Mai 2019, Beginn: 14.00 Uhr, derselbe Treffpunkt – https://www.bsks.de/Veranstaltungskalender.html?lang=de)

Treffpunkt: Wanderparkplatz bei „Haus Galgenvenn“ Knorrstr. 77, 41334 Nettetal

Anfahrt: A 61, Abfahrt Kaldenkirchen-Süd, dort auf die B221 / B7 (in die westliche Richtung). Nach ca. 500 m nach rechts auf die Kölner Straße abbiegen, nach weiteren 500 m nach links in die Gerberstraße, sie geht über in die Grenzwaldstraße/Knorrstraße.
Parkplätze befinden sich vor dem Waldrestau­rant Haus Galgenvenn, Knorrstr. 77, 41334 Nettetal. Siehe auch: https://www.haus-galgenvenn.de/anfahrt.htm

_______________________________________________________________________________________________

Erft bei Neuss-Hombroich / Gruissem / Neuss-Helpenstein

Samstag, 07.09.2019, 14.00 Uhr

Leitung: Karl Wittmer

Diese Exkursion wurde bereits im August 2018 angeboten, musste wegen langandauernder Trockenheit aber leider abgesagt werden.
Es soll wieder ein Abschnitt der Erft floristisch und vegetationsökologisch bearbeitet werden. Es gilt, den aktuellen Zustand zu erfassen.
Die Erftabschnitte zwischen Bergheim und der Mündung der Erft bei Neuss in den Rhein sind bzw. werden z.Zt. im Rahmen des „Perspektivkonzepts 2045“ vom Erftverband renaturiert bzw. für die weiteren Planungsschritte vorbereitet. Interessant für unsere Exkursion ist der Erftabschnitt zwischen Grevenbroich-Kapellen/Gruissem und Neuss-Holzheim/Eppinghoven. In diesem schönen, durch typische auenbiologische Elemente gekennzeichneten Erftabschnitt liegt die durch Kunst, Architektur und Natur bekannte Museums-Insel Hombroich, die sich in einer renaturierten Park- und Auenlandschaft der Erft befindet.
Ein alter, aus strategischen Gründen angelegter, aber nie wirklich genutzter Bahndamm aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg quert bei Helpenstein die natürli­che Erftaue. Er verfügt über eine wertvolle Landschaftsstruktur inmitten der ackerbaulich genutzten Lössterrassen. Die Trasse ist als Landschaftsschutz­gebiet und Bodendenkmal ausgewiesen.
Im Scheitel zwischen Erft und Bahndamm finden sich verfallene Überreste der verfallenen Burg Helpenstein, einer Turmhügelburg (Motte) aus dem 11. Jahr­hundert. Allerdings erschweren im Moment zahlreiche abgeknickte und nieder­liegende Baumreste den Zugang zur Burg.

Die Ergebnisse dieser Exkursion sollen wieder dem Erftverband und den Behörden des Rhein-Kreises Neuss zugänglich gemacht werden.

Treffpunkt: Neuss-Helpenstein, Grafenstraße bis zum Ende durchfahren, rechts und links im Wohngebiet schonend parken.

Anfahrt: A 57, Abfahrt Reuschenberg auf die B 477 (Richtung Bergheim). Durch Neuss-Reuschenberg durchfahren, der B 477 folgen bis Kreuzung Richtungsangabe Neuss-Helpenstein. Rechts abbiegen Richtung Helpenstein, fast am Ortsende halb rechts abbiegen in die Grafenstraße, dort Parkplatz suchen.

_______________________________________________________________________________________________

Pilzexkursion
Naturschutzgebiet „Venloer Heide“ in Nettetal-Leuth oder
Naturschutzgebiet „Heronger Buschberge“ und Wankumer Heide“

Samstag, 26.10.2019, 14.00 Uhr

Leitung: Dipl.-Ing. Monika Deventer, Dipl.-Biol. Dr. Regina Thebud-Lassak, Dipl.-Biol. Norbert Neikes und Dipl.-Ing. Karl Wehr

Durch die gemeinsame Pilzartenerfassung im Oktober 2017 und Oktober 2018 in der Venloer Heide verlängerte sich die Pilzliste des Gebietes erheblich. Nachdem in den vergangenen Jahren bereits große Teile des Gebietes gemeinschaftlich untersucht wurde, stehen einige Bereiche noch aus.
Über das konkrete Ziel wird definitiv im Oktober (Herbstferien) ent­schie­den. Wenn Norbert Neikes Zeit für die Führung hat, geht es vom unten be­zeichneten Treffpunkt aus in die Heronger Buschberge, Teilgebiet Wanku­mer Heide.

Diese Exkursion wird gemeinsam mit der AG Pilzkunde Niederrhein angeboten.

Treffpunkt: Parkplatz westlich „Tor 9“, Nettetal-Leuth

Anfahrt: Von Norden: A 40, Anschlussstelle Herongen, auf der B 221 (Leuther Landstraße) nach Süden (Richtung Nettetal…) fahren bis zur ca. 4,2 km entfernten Ampelkreuzung Schloss Krickenbeck / Tor 9. Dort nach Westen (rechts) abbiegen, an der nächsten Waldweg-Kreuzung nach links abbiegen; auf dem Wanderparkplatz am Wegrand (Heerstraße) parken.
Von Süden auf der B 221 (Geldrische Straße) nördlich Leuth kommend an der Ampel­kreuzung Schloss Krickenbeck / Tor 9 nach Westen (links = Tor 9) abbiegen bis man nach ca. 100 m den o. g. Wegrandparkplatz (Heerstraße) erreicht.